Invasion im Norden – Die Stammspieler

Teil 2 der Bundesliga-Vorschau. Die Kategorie “Stammspieler” bedingt nicht zwangsläufig 90minütige Einsätze über 34 Bundesliga-Runden. Hierzu zähle ich Spieler, die bei guter Formkurve und Ausbleiben von Verletzungen das Zeug haben, in der Startformation zu stehen:

ANDREAS IVANSCHITZ (FSV MAINZ 05)

Steckbrief
Alter: 26
Position: Mittelfeld
Bisherige Vereine: SK Rapid Wien, Red Bull Salzburg, Panathinaikos Athen

Die meistdistkutierte Person wenn es um das österreichische Nationalteam geht, steht vor der zweiten Saison beim Karnevalsverein aus Mainz. Andreas Ivanschitz schlug letztes Jahr nach seinem Wechsel ein wie eine Bombe und war nach sechs Runde Scorer-König der Bundesliga. Doch bereits gegen Ende der Hinrunde schreitete Ivanschitz in ein Formtief aus welchem er nicht mehr rauskam. Diese Saison will der Burgenländer neu durchstarten – wurde aber von Thomas Tuchel aus der Zentrale weg auf die linke Seite “verbannt”.

Die Aussichten: Letztes Frühjahr limitierten eine Verletzung und die Neuverpflichtung von Jan Simak die Einsatzminuten von Andreas Ivanschitz. Durch den Wechsel auf die linke Seite können der Tscheche und der Österreicher Seite an Seite aufspielen. Wie sehr diese Taktik aufgeht wird auch über das Schicksal von Ivanschitz in der Startformation entscheiden. Er leistet sich noch zu viele Leerlauf-Phasen – andererseits könnte er mit Christian Fuchs – mit dem er auch privat gut harmoniert – auf der linken Seite zu einer Stütze des Vereins werden.

SEBASTIAN PRÖDL (SV WERDER BREMEN)

Steckbrief
Alter: 23
Position: Innenverteidiger
Bisherige Vereine: SK Sturm Graz

Der Steirer Sebastian Prödl beginnt sein drittes Einsatzjahr an der Weser. Der 23jährige wurde als Perspektivspieler geholt und nähert sich langsam der ersten Elf von Trainer Thomas Schaaf. Prödl wurde bei Sturm Graz groß und spielte sich bereits als 19jähriger ins Nationalteam. Aufgrund seiner Kopfballstärke und Robustheit ist er für einen Innenverteidiger prädestiniert. Stellungsspiel und die Spieleröffnung zählen jedoch noch zu seinen Schwachpunkten.


Ab Minute 2:30 + 4:15

Die Aussichten: Aufgrund der Verletzung von Naldo hatte Sebastian Prödl bereits die gesamte Vorbereitung in der Innenverteidigung absolviert und wird auch die ersten Pflichtspiele neben Per Mertesacker bestreiten. Prödl wird jedoch in Bremen als Back-Up und Nachfolger bei einem Abgang von Mertesacker oder Prödl gesehen, weshalb er diese Saison wohl noch das ein oder andere Mal auf der Ersatzbank Platz nehmen wird müssen.

MARCO ARNAUTOVIC (SV WERDER BREMEN)

Steckbrief
Alter: 21
Position: Angreifer
Bisherige Vereine: Twente Enschede, Inter Mailand

Er ist das Gesprächsthema im österreichischen und deutschen Blätterwald in der diesjährigen Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison. Marco Arntautovic: Genie, Exzentriker, Großmaul. An ihm scheiden sich die Geister und Einschätzungen. Die einen betrachten ihn als das grösste österreichische Talent seit Hans Krankl und Herbert Prohaska – andere sehen bereits jetzt seinen Stern aufgrund seiner Off-Field-Eskapaden als verglüht an. Arnautovic erlebte in den Niederlanden bei Twente Enschede seinen Durchbruch und verhalf dem Team zum Vizemeistertitel 2009 (gemeinsam mit dem HSV-Dribbler Eljero Elia und Blaise Nkufo). Danach wechselte er zu Inter Mailand, verscherzte es sich mit Trainer Jose Mourinho, liess sich Eto’s Bentley klauen und war in den Mailänder Einkaufsstrassen öfter gesehen als beim Training von Inter.

Die Aussichten: Bereits mit 21 Jahren scheint für Arnautovic die Chance in Bremen die Letzte in einer grossen Liga zu sein. Zu oft wurde er abseits des Platzes auffällig – zu negativ ist sein Ruf als launische Diva. Wenn ein Verein dieses Talent und sein Phlegma in den Griff bekommen kann, dann sind es Thomas Schaaf und Werder Bremen. Ich glaube daher an den Durchbruch von Arnautovic in dieser Saison als Sturmpartner von Claudio Pizzaro. Spielerisch passt der Wiener dank seiner hervorragenden Technik und Schnelligkeit perfekt in das System der Norddeutschen. Nach dem Abgang von Mesut Özil könnte Arnautovic auch seine Rolle als Spielmacher hinter den Spitzen ausfüllen.

ERWIN “JIMMY” HOFFER (1. FC KAISERSLAUTERN)

Steckbrief
Alter: 23
Position: Angreifer
Bisherige Vereine: Vfb Admira Wacker Mödling, SK Rapid Wien, SSC Neapel

Jimmy Hoffer – eine Hälfte des 50-Tore-Sturmes des SK Rapid im Meisterjahr 2008 – heuerte nach einem verpatzten Italien-Aufenthalt beim Aufsteiger aus der Pfalz an. Letzten Sommer wurde Hoffer für 5 Millionen Euro von Rapid an den SSC Neapel verkauft. Wenig später musste Neapels Trainer Donadoni, welcher sich für den Transfer einsetzte, seinen Stuhl räumen. Weiters machten die Sprachschwierigkeiten (Hoffer konnte beim Wechsel kein Wort italienisch) und Heimweh zu schaffen. Am Betzenberg hofft der wieselflinke Angreifer nun auf seinen Durchbruch im Ausland. Mit einem Doppelpack in der 1. DFB-Pokal-Runde setzte er bereits ein erstes Ausrufezeichen.

Die Aussichten: Hoffers Stärken (Schnelligkeit, Wendigkeit, Torabschluss) bedingen ein auf Konter angelegtes Spiel mit flachen Pässen in die Tiefe. Bei einem Kick’n'Rush oder Flügel-Flanken-System wäre der 1,76m grosse Niederösterreicher fehl am Platz. Ich kenne das System von Kaiserslautern-Trainer Marco Kurz zu wenig, um die Einsatzchancen von Hoffer vor der Saison beurteilen zu können. Das Potential zu einem Top-Scorer ist auf jeden Fall vorhanden.

ÜMIT KORKMAZ (EINTRACHT FRANKFURT)

Steckbrief
Alter: 24
Position: Mittelfeld
Bisherige Vereine: SK Rapid Wien

Hoffers Vereinskollege im Meisterjahr 2008 bei Rapid Wien, Ümit Korkmaz, hat sich den schlechtesten Zeitpunkt für eine fast einjährige Verletzungsserie ausgesucht: kurz nach dem Auslandstransfer zu Eintracht Frankfurt. Noch vor der Genesung wurde sein Förderer Friedhelm Funkel entlassen und Michael Skibbe hatte in seinem System keinen Platz für den Austro-Türken. Erst in den letzten Spieler der vergangenen Saison bekam Korkmaz mehr Einsatzzeiten. Auch in der diesjährigen Vorbereitung warf ihn eine kleine Verletzung aus der Bahn.

Die Aussichten: Wenn der Verletzungsteufel sich von Korkmaz loslöst, könnten in der Commerzbank-Arena bald massenweise “Ü-Ü-Ü-Ü-Ü-Ü-Ü-Ü”-Schlachtrufe Saison haben. Korkmaz ist ein begnadeter Techniker der keine 1:1-Situation scheut, aber auch das Auge für den Mitspieler hat. Seine Einsatzzeiten werden auch davon abhängen, ob Michael Skibbe mit einem 4-4-2 oder einem 4-2-3-1 spielen lässt. Letzeres System würde Korkmaz’ Stärken als Flügelspieler zugute kommen.

Über austhromas

Sport- und Medienfreund aus Österreich mit angeborener Fussball-Verrückheit und fremdinjizierter Liebe für US-Sportarten.
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